Stefan Karner präsentiert zwei seiner jüngsten Publikationen im Bereich Kriegsfolgenforschung in Chișinău

Datum

Mittwoch, 10. Dezember 2025
10:00 Uhr

Ort

Staatliche Universität Moldau
60 Strada Alexei Mateevici, Chișinău
Republik Moldau

„Österreichische Kriegsgefangene in der Moldau 1941–1955“ und „Moldauische Kriegstote in Österreich 1942–1955“

In seinem Buch „Österreichische Kriegsgefangene in der Moldau 1941-1955“ beschäftigt sich Stefan Karner, Gründer und ehem. Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung sowie ehem. wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte, mit einem besonders bewegenden Kapitel der sowjetischen Kriegsgefangenschaft: Von den 135.000 Österreichern in sowjetischer Kriegsgefangenschaft waren 1.127 in der Moldau registriert. Die meisten von ihnen wurden erst nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht 1945, teilweise schon auf österreichischem Boden, von der Roten Armee gefangen genommen und in das damalige Moldawien verbracht, wo man sie in den Lagern und Arbeitskommandos des NKWD meist bis 1948 internierte.

Das Buch „Moldauische Kriegstote in Österreich 1942-1955“ behandelt das Schicksal der tausenden Moldauer, die während des Zweiten Weltkriegs und danach in Österreich als Soldaten, Zwangsarbeiter oder KZ-Häftlinge lebten, und die oft in Vergessenheit geraten sind. Die meisten von ihnen kehrten wieder in ihre Heimat zurück, einige wenige blieben in Österreich und bauten sich eine neue Existenz auf. Über 700 sind nachweislich in Österreich begraben. Ihre Namen, Wohnorte, Grablagen herauszufinden und damit verschüttete Erinnerungen und Spuren in ihrer Heimat aufzuspüren, waren die Aufgaben des Forschungsprojektes „Moldauische Kriegstote des zweiten Weltkrieges in Österreich“.