Vortrag „’Volkspflege‘ und Ausgrenzung. Die Jugendheimstätte der NS-Volkswohlfahrt in Haselstauden“
Mittwoch, 7. Oktober 2026
19:00 Uhr
Kulturhaus Dornbirn, Foyer „Bira“
Rathausplatz 1
6850 Dornbirn
Stadt Dornbirn, Land Vorarlberg, Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, Zukunftsfonds der Republik Österreich
Universität Graz, Stadtarchiv, Stadtmuseum Dornbirn
Sabine Nachbaur gibt in der „Dornbirner Geschichtswerkstatt“ Einblicke in die Forschungen zur NSV-Jugendheimstätte Haselstauden und erstmals ausgewertetes Archivmaterial.
Im ehemaligen Redemptoristen-Kloster in der Haselstauderstraße 22 richtete die Stadt Dornbirn 1921 ein Waisenhaus ein. 1942 übernahm die NS-Volkswohlfahrt (NSV) das Gebäude als „Jugendheimstätte“. Ziel war es, Fürsorge als „Volkspflege“ im Sinne der „Volksgemeinschaft“ zu gestalten, andere Fürsorgeträger zu verdrängen und so direkten Einfluss auf die Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu nehmen. Unterstützung durch die NSV erhielten nur die Kinder, die der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus entsprechend als „wertvoll“ galten.
Das aktuelle Forschungsprojekt „Fürsorge als Instrument der ‚Rassenhygiene‘. Die NSV-Jugendheimstätte Dornbirn, 1938-1945“ des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, widmet sich diesem bisher unbekannten Kapitel der Dornbirner Stadtgeschichte. Im Rahmen des Werkstattberichts wird Sabine Nachbaur, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben und erstmalig bearbeitetes Archivmaterial vorstellen.