Vom NS-Regime verfolgte Österreicher:innen erzählen

Eine Erfassung der vom Zukunftsfonds der Republik Österreich (teil)geförderten lnterviews

ZUM PROJEKT

Im Zentrum des Projekts stand die Erstellung einer Metadatenbank, die Informationen zu rund 600 Interviews mit vom NS-Regime verfolgten Österreicher:innen erfasst. Die Durchführung bzw. weitere Bearbeitung dieser Interviews erfolgte durch verschiedene Institutionen und Vereine und wurde vom Zukunftsfonds (teil)gefördert.

Die Metadatenbank findet sich hier.

Das Projekt knüpfte an die Ergebnisse des Projekts Vom Zukunftsfonds der Republik Österreich geförderte Oral History-Projekte (P23-4989) an.

Projektförderung: Zukunftsfonds der Republik Österreich (P24-5492)
Projektverantwortliche: Nadjeschda Stoffers
Projektmitarbeit: Anna Deriugina (Werkvertrag), Fabian Wimmer (Werkvertrag)
Projektlaufzeit: 2024–2025



ZUR METADATENTABELLE „ÖSTERREICHER:INNEN ERZÄHLEN“

Terminologische Anmerkungen

„verfolgt“: Personen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politischen Haltung bzw. ihres politischen Widerstands, ihrer religiösen Überzeugung, ihrer tatsächlichen oder attestierten kulturellen bzw. ethnischen Zugehörigkeit, einer Behinderung oder ihrer (vermeintlichen) Nonkonformität vom NS-Regime verfolgt wurden.

„Österreicher:in“: Als Österreicher:innen definierte der Zukunftsfonds der Republik Österreich in diesem Projekt Personen, die auf dem Gebiet des heutigen Österreichs geboren wurden bzw. die österreichische Staatsbürgerschaft zu einem Zeitpunkt im Laufe ihres Lebens besaßen bzw. sich selbst als Österreicher:in definieren.

(Historische) Ortsnamen: In der Erfassung wird der jeweils zeitgenössische Ortsname genannt, der aktuelle Ortsname wird in Klammern ebenfalls angeführt; z.B. für das Jahr 1905: Brünn, Österreich-Ungarn (heute Brno, Tschechien). Orte, die nach Volksgruppengesetz (Bundesgesetz über die Rechtsstellung der Volksgruppen in Österreich; Fassung vom 18.04.2018) zweisprachig sind, werden zweisprachig angeführt, z.B. Eisenkappel/Železna Kapla.

Geschlechtergerechte Sprache: In der Metadatenerfassung wird mit einem Doppelpunkt gegendert.

(Geänderte) Vor- und Nachnamen: Die meisten in der Metadatenbank erfassten Personen erfuhren im Laufe ihres Lebens mindestens eine Änderung ihres Vor- und/oder Nachnamens. Geschah dies durch Heirat, so wird in der Kurzbiografie ab dem (mutmaßlichen) Zeitpunkt der Hochzeit der geänderte Nachname angeführt; erfolgte die Namensänderung aus anderen Gründen (z.B. nach der Ankunft in Palästina/Israel), wird der von diesem Zeitpunkt gewählte oder gültige Name angeführt. Ist der Zeitpunkt der Namensänderung nicht eindeutig festzustellen, wird der nächstliegende Zeitpunkt gewählt. Daraus ergibt sich eine – teils mehrfache – Änderung der in den Kurzbiografien angeführten Vor- und Nachnamen.

Umgang mit NS-Begriffen: NS-Begriffe („Anschluss“, „Reichskristallnacht“, „Reibpartien“ etc.) werden unter Anführungszeichen gesetzt, um eine klare Distanzierung von der Ideologie, die hinter diesem Vokabular steht, zu unterstreichen.

Zu den Interviews und ihrer Auswahl

Die in der Metadatenbank erfassten Interviews mit vom NS-Regime verfolgten Österreicher:innen wurden in Projekten geführt und/oder bearbeitet, die vom Zukunftsfonds der Republik Österreich (teil)gefördert wurden. Die Auswahl der Projekte wurde im Vorfeld vom Zukunftsfonds vorgegeben.
Somit ergibt sich eine Vielfalt in mehrerlei Hinsicht:

Format: In der Auswahl finden sich einerseits Oral History-Interviews, in denen Vertreter:innen einer wissenschaftlichen Forschungsinstitution Zeitzeug:innen interviewen. Darüber hinaus finden sich unter anderem auch Interviews, die z.B. im Rahmen von TV-Dokumentationen von Mitarbeiter:innen des Rundfunks geführt wurden, und Formate wie Zeitzeug:innengespräche mit Holocaust-Überlebenden in Schulklassen.

Zugänglichkeit: Interviews, die vollständig als Audio- oder Videodatei online zugänglich sind, sind mit einem Link versehen. Zu Interviews, die ausschließlich vor Ort bei der jeweiligen Institution/dem jeweiligen Verein zugänglich sind, findet sich ein entsprechender Verweis. Bei Interviews, die auf Anfrage einsehbar sind, ist die zuständige Institution/der zuständige Verein als Ansprechpartner:in angegeben.

Themen: Durch die diversen Formate ergeben sich auch unterschiedliche Arten von Interviews. Teilweise handelt es sich um lebensgeschichtliche Interviews, teilweise werden gezielt Erinnerungen an Krieg und Verfolgung angesprochen; teilweise legen die interviewten Personen andere thematische Schwerpunkte.

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