80 Jahre CARE-Paket: Als Österreich um Hilfe bat und sie bekam
Barbara Stelzl-Marx im Interview mit ORF.at zur Rolle der CARE-Pakete für Österreich.
Vor genau 80 Jahren haben die ersten Lebensmittelpakete der Hilfsorganisation CARE das zerstörte Nachkriegsösterreich erreicht. Hunger und Armut waren damals allgegenwärtig, Historikerin Barbara Stelzl-Marx bezeichnet die Pakete als „wesentlichen Mosaikstein“ für Österreich und den folgenden Wiederaufbau des Landes. CARE schickt noch immer Pakete in Krisenregionen auf der ganzen Welt, die Inhalte haben sich aber geändert.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Österreich und der Befreiung durch alliierte Truppen im Mai 1945 waren Infrastruktur, Wirtschaft und Industrie im Land weitgehend zerstört. Hunderttausende hatten ihr Leben verloren, die Überlebenden waren mit Obdachlosigkeit, Hunger und Krankheiten konfrontiert.
Stelzl-Marx ist Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Universität Graz und Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung. Die ersten Jahre nach Kriegsende bezeichnet sie im Gespräch mit ORF.at als „Phase der allergrößten Not“, besonders in urbanen Zentren wie Wien und Graz habe es der Bevölkerung an allem gemangelt, insbesondere an Nahrungsmitteln.
Die Lage sei so dramatisch gewesen, dass es sogar Berichte über Hungertote gegeben habe. Am 20. Mai 1945 wandte sich der damalige Staatskanzler Karl Renner angesichts der dramatischen Versorgungslage mit einem eindringlichen Appell an die alliierten Besatzungsmächte, er warnte vor einer anstehenden Hunger- und Seuchenkatastrophe in Österreich.
