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13 Mai 2025 von lbik

80 Jahre Frieden: Film und Diskussion im Kulturzentrum Stieglerhaus

Anna Graf-Steiner, Robert Stadlober und Martin Moll diskutierten am 7. Mai 2025 über Manipulation durch Sprache, Bilder und Narrative.

Der dokumentarische Spielfilm „Führer und Verführer“ von Joachim A. Lang, der den Abend eröffnete, rückte zentrale Fragen in den Fokus: Wie konnten sich Verbrechen wie der Holocaust vollziehen? Und warum stellte sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht dagegen? Im Mittelpunkt: Joseph Goebbels, dessen Rolle als Propagandaminister in eindrucksvoller Weise von Robert Stadlober verkörpert wurde. Der Film vereint fiktionalisierte Szenen auf Basis historischer Quellen mit Archivaufnahmen und Zeitzeugeninterviews und zeigt, wie machtvoll Bilder und Sprache eingesetzt wurden – ein Thema, das erschreckende Parallelen zur Gegenwart aufweist.

Die Podiumsdiskussion zum Thema „Propaganda – damals und heute“, moderiert von Ute Baumhackl (Kleine Zeitung) war geprägt vom Abschlusszitat am Ende des Films von Primo Levi: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Bei der Diskussion sprachen neben Robert Stadlober, Martin Moll, Universität Graz und Anna Graf-Steiner, Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung. Martin Moll zeigte auf wie sich NS-Propaganda gezielt an Emotionen und Ängste richtete – ein Prinzip, das auch heutige Kommunikationsstrategien nutzen. Anna Graf-Steiner beleuchtete die Rolle von Propaganda im Kalten Krieg und verwies auf die zunehmende Gefährdung demokratischer Diskurse durch Desinformation.

Die Diskussion machte deutlich, wie subtil und wirksam Manipulation durch Sprache, Bilder und Narrative sein kann – damals wie heute.