icon / home icon / small arrow right / light News icon / small arrow right / light Call for Papers: Intelligence and Minorities
13 Juli 2026 von lbik

Call for Papers: Intelligence and Minorities

Vom 26. bis 27. November 2026 findet die 15. Ausgabe der internationalen Konferenzreihe „Need to Know“ in Sønderborg und Flensburg statt. Die diesjährige Konferenz wird sich vor allem mit der Rolle von Minderheiten aus der Sicht von Geheim- und Nachrichtendiensten beschäftigen.

Einreichung:

Einreichungsfrist für Beiträge: 15. August 2026.
Die Einreichungen sollten Folgendes enthalten: ein Abstract von 500–700 Wörtern in englischer Sprache sowie eine Kurzbiografie (max. 250 Wörter) mit einer Auflistung der wichtigsten Leistungen.

Beiträge an: rymovrgn.cvrgemlx@vca.tbi.cy 

Zur Konferenz 

Wann wird eine gesellschaftliche Gruppe zu einer Angelegenheit der nationalen Sicherheit und der Aufklärung? Dies ist eine zentrale Frage für die Nachrichtendienste. Wann wird jemand zu einer Bedrohung und damit zum Gegenstand von Überwachungsmaßnahmen und Operationen durch Nachrichtendienste im In- oder Ausland? Ein in vielen Ländern und politischen Systemen zu beobachtendes Muster ist, dass Minderheiten eher als potenzielle Bedrohung denn als vielversprechende Chance wahrgenommen werden und daher als legitime Ziele der Nachrichtendienste gelten.

Die diesjährige „Need to Know“-Konferenz konzentriert sich auf Minderheiten – seien sie nationaler, ethnischer, politischer oder religiöser Natur – aus der Sicht von Geheimdiensten und Spionageabwehrdiensten. Nationale Minderheiten stellen beispielsweise sowohl das Konzept des Nationalstaats als auch mitunter bestehende Grenzen infrage. Infolgedessen werden sie von den Geheimdiensten ihrer Aufnahmestaaten oft als potenzielle Separatisten misstrauisch beäugt oder in manchen Fällen von ihren Herkunftsstaaten instrumentalisiert. Sowohl religiöse als auch ethnische Minderheiten waren während des Kalten Krieges zudem massiven Repressionen durch kommunistische Regime ausgesetzt. Sie wurden im Inland überwacht und spürten oft auch in der Diaspora den langen Arm ausländischer Geheimdienste.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Entscheidung, wann Minderheiten zum Ziel nachrichtendienstlicher Maßnahmen werden. Autoritäre Staaten treffen andere Entscheidungen als Demokratien. Der Umfang der Überwachung und der Einsatz leistungsfähiger nachrichtendienstlicher Instrumente gegen Minderheiten können sogar als Maßstab für die demokratische Reife eines Staates dienen. Die Rechte von Minderheiten stellen heute einen zentralen europäischen Wert dar, sind jedoch nach wie vor umstritten und komplex – nicht nur, aber auch im Hinblick auf die Praxis der Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden.

Organisiert wird die Konferenz vom Center for Cold War Studies an der Süddänischen Universität in Kooperation mit dem Institute of National Remembrance – Commission for the Prosecution of Crimes against the Polish Nation in Warschau; dem Research Department of the Danish Central Library for Southern Schleswig; dem King’s College London; dem King’s Centre for the Study of Intelligence sowie dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.