Das war das IV. Hartheimer Forschungskolloquium „Im Einsatz für den ‚Volkskörper‘. Die Polizei im Nationalsozialismus“
Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim lud gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, der Universität Graz und dem Bundesministerium für Inneres am 22. Mai 2026 zum IV. Hartheimer Forschungskolloquium „Im Einsatz für den ‚Volkskörper‘. Die Polizei im Nationalsozialismus“
Von März bis Ende August 2026 wird die Ausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“ im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim gezeigt. Dies wurde zum Anlass genommen, um im Rahmen eines Kolloquiums die Rolle der Polizei multiperspektivisch zu beleuchten: Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Involvierung der Polizei im Kontext der NS-Euthanasie. Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und Dänemark stellten ihre Forschungsschwerpunkte dazu vor.
Nach einleitenden Begrüßungsworten von Barbara Stelzl-Marx, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung und Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Universität Graz, Stephan Mlczoch vom Bundesministerium für Inneres und Florian Schwanninger vom Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim folgte eine Reihe an Panels zu diversen Aspekten der Exekutive im Nationalsozialismus. Dabei wurde das Panel „Ein Volk völlig außerhalb der bürgerlichen Rechtsordnung: Polizei und Verbrechensbekämpfung im Nationalsozialismus“ von Barbara Stelzl-Marx moderiert und Lukas Schretter, Koordinator des Standortes BIK Wien, moderierte das Panel „Zu den Biografien von Franz Stangl und Christian Wirth“.
Zum Abschluss folgte eine Einführung in das Forschungsprojekt mit Einblicken in die Gestaltung der Ausstellung „Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus.“ von Martina Zerovnik und Barbara Stelzl-Marx.
Zur Ausstellung „Hitlers Exekutive“
Die Polizei gehörte zu den tragenden Säulen der nationalsozialistischen Diktatur. Ihre Arbeit war Teil der rassistischen Vernichtungs- und Eroberungspolitik des NS-Regimes sowohl in der Heimat als auch in den eingenommenen Gebieten. Auch österreichische Polizisten und Gendarmen waren an der Verfolgung und Ermordung von Menschen, an Kriegsverbrechen sowie am Holocaust beteiligt. Die Ausstellungbietet einen Überblick über Organisation, Gesinnung und Handlungsspielräume der Exekutive im Nationalsozialismus. Anhand von Biografien zeigt sie die Schicksale und Verhaltensweisen österreichischer Polizisten und Gendarmen von Widerstand bis hin zu verbrecherischem Handeln. Nicht zuletzt beleuchtet sie Brüche und Kontinuitäten sowohl beim »Anschluss« 1938 als auch in der Nachkriegszeit.
Begleitprogramm zur Ausstellung
03. Juli 2026
„Die Tat wurde gesühnt.“
Wiener Polizeireiter waren von September 1939 bis August 1940 im „auswärtigen Einsatz“ an Gewaltverbrechen beteiligt. Der Workshop bietet eine Auseinandersetzung mit Ereignissen, die bis zur Gegenwart reichen.
27. Juli 2026
Berufsbild/Menschenbild: Ordnung und Sicherheit
Ein Einblick in das pädagogische Angebot des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim, das die Rolle der Polizei im Kontext der NS-Euthanasie thematisiert.