29 Apr. 2026 von lbik

Das war die Lange Nacht der Forschung in St. Pölten „Niederösterreicher:innen in der Neuen Welt (1938-1945)“

Flucht, Exil und Widerstand aus Niederösterreich

Was haben Skisoldaten in der US-Armee, eine verführerische Stimme des US-Kriegsgeheimdiensts und Habsburg‘sche Kämpfer im „Österreich-Bataillon“ gemeinsam? Bei allen handelte es sich um vertriebene Niederösterreicher:innen, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten. Florian Traussnig und Philipp Lesiak, beide wissenschaftliche Mitarbeiter am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, erzählten an dieser interaktiven Station deren persönliche Flucht- und Kriegsgeschichten und tauchten tief ein in das transatlantische Niederösterreich!

So kämpfte der in Amstetten aufgewachsene und mit einem Kindertransport nach Frankreich geflohene George Wozasek, ein Skifahrer von Kindesbeinen an, als Artillerist in der einzigen US-Gebirgs- und Skitruppe des Zweiten Weltkriegs – und wurde dabei verwundet; der in Wilhelmsburg tätig gewesene Industrielle Kurt Lichtenstern kam als akademisch ausgebildeter „G.I.“ und Zivilverwaltungssoldat namens Conrad Lester nach Europa zurück; die in Melk geborene Sängerin und Schauspielerin Vilma Kuerer wiederum setzte für den US-Kriegsgeheimdienst Office of Strategic Services ihre „verführerische Radiostimme“ ein, um die Kampfmoral von deutschen Wehrmachtssoldaten zu untergraben; und der in Baden geborene Carl Ludwig Habsburg-Lothringen diente freiwillig im kurzlebigen „Österreichischen Bataillon“ der US-Armee. Sie alle leisteten Widerstand von außen gegen den Nationalsozialismus.

Der gesamte Abend war von zahlreichen anregenden Gesprächen mit Jung und Alt geprägt. So hielt Florian Traussnig fest: „Was von den vielen Gesprächen mit engagierten und teils sehr jungen Besucher:innen besonders hängen geblieben ist, war der Moments des Staunens über bisher unbekannte Lebensgeschichten von Menschen aus Niederösterreich.“