Italienische Militärinternierte und ihr Erbe in Österreich: Ein Beitrag zur Transnationalen Erinnerungskultur anlässlich 80 Jahre Kriegsende
Das Schicksal der italienischen Militärinternierten in Österreich während des 2. Weltkriegs stand im Zentrum eines vom Innenministerium gemeinsam mit italienischen Organisationen abgehaltenen Tagung am 5. November 2025 in Wien.
Am 5. November 2025 fand im Festsaal der Marokkanerkaserne ein von der Abteilung für historische Angelegenheiten des Innenministeriums gemeinsam mit dem Verein der Italienischen Militärinternierten (Associazione Nazionale Ex Internati, A.N.E.I) und mit Unterstützung des Verteidigungsministeriums der Republik Italiens und der Italienischen Botschaft Wien organisiertes Symposium zum Thema „Italienische Militärinternierte und ihr Erbe in Österreich – Ein Beitrag zur transnationalen Erinnerungskultur anlässlich 80 Jahre Kriegsende“ statt.
Nach einleitenden Grußworten durch Giovanni Pugliese, Italienischer Botschafter in Wien, dem Leiter der Abteilung für historische Angelegenheiten, Stephan Mlczoch, und der Präsidentin des Vereins der Italienischen Militärinternierten, Anna Maria Sambuco, sprachen verschiedene Expert:innen aus Österreich und Italien über die Thematik, darunter Dieter Bacher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ludwigs Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung. Im Mittelpunkt seines Vortrages standen dabei die Schicksale der italienischen Militärinternierten als „italienische DPs“ im Nachkriegsösterreich nach 1945.
Nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten im September 1943 wurden hunderttausende italienische Soldaten vom NS-Regime als „italienische Militärinternierte“ entgegen der Genfer Konventionen nicht als Kriegsgefangen sondern als „italienische Militärinternierte“ festgenommen und deportiert. Allein auf österreichischem Gebiet verstarben über 6.000 von ihnen. Erhalt und Pflege für die Gräber der Opfer fällt in Österreich in die Zuständigkeit des mit der Kriegs- und Opfergräberfürsorge betrauten Bundesministeriums für Inneres.