Need to Know 2025 „In a world of mirrors. Intelligence and Disinformation“
Dieter Bacher referierte über den Fall „GRCAMERA“ in Österreich, einer „operation of influence“ in der österreichischen Medienlandschaft der 1960er und 1970er-Jahre.
Der seit 2022 stattfindende Krieg in der Ukraine hatte bislang verschiedene Auswirkungen auf das restliche Europa. Eine davon ist der gezielte Einsatz von Desinformation. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um ein „neues“ Phänomen – solche Maßnahmen kamen auch schon während des Kalten Krieges zur Anwendung. Dabei stellen sich mehrere Fragen: Welche Parallelen und Unterschiede fallen zwischen historischen und aktuellen Desinfo-Kampagnen auf? Wofür kann Desinformation eingesetzt werden, welche Resultate lassen sich damit erzielen? Wie kann man ihr am besten entgegenwirken? Welche Rolle spielen dabei technische Neuerungen, wie etwa bild- oder sprachgenerierende KI-Systeme? Und vor allem: In welchem Maße kann uns die Analyse von historischen Beispielen helfen, aktuelle Desinformation zu kontern?
Die diesjährige Jahrestagung des Forschungsnetzwerkes „Need to Know“ in Krakow, Polen, stellte sich mit dem Thema „In a world of mirrors. Intelligence and Disinformation“ genau diesen Fragen. Die Präsentationen befassten sich mit aktuellen Forschungen sowohl zu historischen als auch gegenwärtigen Beispielen. In den Diskussionen wurden die beiden Perspektiven oftmals zusammengeführt – und es traten klare Parallelen zutage. Es zeigte sich, dass die historische Dimension mindestens dabei helfen kann, gegenwärtige Methoden und Auswirkungen zu verstehen – teilweise sogar die Vorgehensweise offen legen kann. Die technische Entwicklung seit dem Ende des Kalten Krieges hat zweifellos die Möglichkeiten erheblich erweitert und den nötigen Arbeitsaufwand reduziert, aber die angewandte Methodik an sich ist nahezu dieselbe geblieben.
Das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung ist Mitorganisator der Need to Know-Konferenzen und Partner des Netzwerkes. Institutsmitarbeiter Dieter Bacher, der seit 2021 dem Organisationskomittee von „Need to Know“ angehört, war auch bei dieser Konferenz mit einer Präsentation vertreten und referierte über den Fall „GRCAMERA“ in Österreich, einer „operation of influence“ in der österreichischen Medienlandschaft der 1960er und 1970er-Jahre.