16 Juni 2026 von lbik

Neue Publikation „Spione im frühen Kalten Krieg. Einblick in ihre Motive, Methoden und Netzwerke“

Ein ungeschönter Blick auf die wahren Akteure, Methoden und Motive der Spionage im Kalten Krieg – am 15. Juni 2026 erschien eine neue Publikation von Dieter Bacher, Andreas Hilger, Ines Reich und Sven Schultze.

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In der angespannten Atmosphäre des Kalten Krieges spielten Spionage und ihre Abwehr eine äußerst wichtige Rolle. Geheim- und Nachrichtendienste machten europaweit, besonders aber in Österreich und Deutschland, tausende Menschen zu Akteuren, indem sie sie als Kuriere oder Informanten anwarben. Der neue Sammelband, der in Kooperation zwischen dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung und der Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam entstand, rückt nun genau diese Menschen in den Mittelpunkt.

Die Beiträge beleuchten die persönlichen Schicksale jener Frauen und Männer, die an der „geheimen Front“ des Ost-West-Konflikts agierten, und zeigen die oft weitreichenden Folgen ihrer Tätigkeit für Familien und soziale Netzwerke. Zugleich wird deutlich, dass die Motive zur Zusammenarbeit mit Nachrichtendiensten weit über finanzielle Anreize hinausgingen und häufig von einer komplexen Mischung aus ideologischen Überzeugungen, persönlichen Interessen und äußeren Zwängen geprägt waren. Auf Grundlage zahlreicher, teils erstmals ausgewerteter Quellen eröffnet der Band neue Einblicke in die Praxis der Geheimdienstarbeit, hinterfragt etablierte Spionage-Narrative und zeichnet Österreich und Deutschland als zentrale Schauplätze des verdeckten Konflikts nach.

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