05 Aug. 2025 von lbik

Neuerscheinung: Bruno Kreiskys Außenpolitik neu betrachtet – mit einem Beitrag von Anna Graf-Steiner

Im August 2025 erschien der Sammelband „Bruno Kreisky’s Foreign Policy. A Reassessment“ (hrsg. von Günter Bischof und Michael Burri) in der Reihe Austrian and Habsburg Studies bei Berghahn. In Kapitel 8, „Kreisky, the Soviet Union, and the Road to Helsinki“, analysiert Anna Graf‑Steiner erstmals auf Basis sowjetischer Akten Kreiskys Sicht auf die KSZE.

Anna Graf-Steiner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, zeigt, dass Kreisky der Konferenz bis zur Unterzeichnung am 1. August 1975 mit Skepsis begegnete, eine Haltung, die sich maßgeblich aus drei Enttäuschungen speiste: Wien wurde nicht Konferenzort (stattdessen Helsinki/Genf), die Nahostfrage gelangte nicht auf die Agenda, und verhandelt wurde auf diplomatischer statt auf höchster politischer Ebene. Kreisky drängte daher – nicht zuletzt zur Freude Moskaus – auf einen raschen Abschluss und sah den „Dritten Korb“ als nachrangig; die österreichische Delegation hingegen profilierte sich gerade mit ihrem Einsatz für die humanitären Bestimmungen als anerkannte Vermittlerin.

Stimmen zum Buch:
“This is – without question – an excellent book project that addresses a number of interesting, relevant, and timely questions concerning Austrian politician Bruno Kreisky as well as 20th century Austrian, European, and global history.” Dirk Rupnow, University of Innsbruck

“[A] fascinating anthology that sheds light on a variety of different aspects of probably the most important Austrian politician of the second half of the 20th century, Bruno Kreisky.” Martin Tschiggerl, Austrian Academy of Sciences

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