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22 Juni 2026 von lbik

Neues Forschungsprojekt zur Geschichte der Montanuniversität Leoben

Bei der Pressekonferenz am 17. Juni 2026 stellten Peter Moser und Barbara Stelzl-Marx das Forschungsprojekt „Die Montanuniversität Leoben und der Nationalsozialismus 1938-1945“ vor.

Die Montanuniversität Leoben setzt sich mit einem zentralen Kapitel ihrer Geschichte auseinander. Im Rahmen des Projekts „Die Montanuniversität Leoben und der Nationalsozialismus 1938–1945“ werden die Rolle der damaligen Montanistischen Hochschule sowie ihre Verflechtungen und Handlungsspielräume während der NS-Zeit wissenschaftlich untersucht. Die Initiative wurde vom Rektorat der Montanuniversität Leoben unter der Leitung von Peter Moser angestoßen. Die wissenschaftliche Durchführung liegt beim Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung unter der Leitung von Barbara Stelzl-Marx und unter Mitarbeit und Projektkoordination von Katharina Bergmann-Pfleger. Durchgeführt wird die Forschung in enger Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz. Ein externer wissenschaftlicher Beirat wird das Projekt fachlich begleiten und die Unabhängigkeit der Arbeit zusätzlich absichern.

Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der nationalsozialistischen Politik auf Forschung, Lehre und Verwaltung sowie Veränderungen in Forschungsschwerpunkten, Netzwerken und fachlichen Selbstverständnissen unter den Bedingungen von Diktatur und Krieg. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Institution selbst, sondern auch auf die Menschen, die an der Hochschule lehrten, studierten und arbeiteten.

Ziel des einjährigen Projekts ist eine unabhängige, transparente und historisch fundierte Aufarbeitung der Jahre 1938 bis 1945. Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Recherchen in universitären und externen Archiven sowie auf der Auswertung von Primärquellen, Forschungsliteratur und persönlichen Erinnerungsberichten. Die Ergebnisse werden in einem wissenschaftlichen Abschlussbericht veröffentlicht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mit der systematischen Aufarbeitung ihrer NS-Geschichte setzt die Montanuniversität Leoben ein Zeichen für wissenschaftliche Redlichkeit, historische Verantwortung und Transparenz. Zugleich sollen die Forschungsergebnisse den Dialog über Erinnerungskultur und Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft fördern und eine Grundlage für weitere Forschungen schaffen.

Montanuniversität Leoben

Bei der Pressekonferenz am 17. Juni 2026 an der Montanuniversität Leoben