icon / home icon / small arrow right / light News icon / small arrow right / light Wenn Gebäude von der NS-Zeit erzählen
29 Sep 2026 by lbik

Wenn Gebäude von der NS-Zeit erzählen

Eine Online-Landkarte macht die Geschichte „kontaminierter Liegenschaften“ der Bundesimmobiliengesellschaft sichtbar.

Gebäude nehmen eine bedeutende, in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch oft übersehene Rolle der österreichischen Gewaltgeschichte des NS-Regimes ein. Die zentralen Orte der Verbrechen, etwa das Konzentrationslager Mauthausen, sind heute fest im öffentlichen Gedenken und in der historischen Vermittlungsarbeit verankert. Weitaus weniger Beachtung finden hingegen jene Liegenschaften, die von 1938 bis 1945 von Polizei, Justiz oder anderen Behörden genutzt wurden. In diesem Zusammenhang stellt sich sowohl die Frage nach der „Kontamination“ dieser Gebäude durch das NS-Regime als auch nach dem Umgang mit ihnen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Betroffen sind davon zum einen Liegenschaften, die im „Dritten Reich“ errichtet wurden, zum anderen – und dies quantitativ in weit größerem Ausmaß – Objekte, die bereits vorhanden waren und unterschiedliche „Formen sowie Praxen der Inbesitznahmen“ unter nationalsozialistischer Herrschaft erfuhren. Sie machen deutlich, wie im totalitären NS-Regime die gesamte Gesellschaft, das ganze Leben, verändert und geprägt wurden.

Mit dem 2023 von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ausgeschriebenen Pilotprojekt zu NS-zeitlich belasteten Liegenschaften der BIG wurde ein wichtiger erster Schritt zur Sichtbarmachung dieser Spuren gesetzt. Die Auseinandersetzung mit der zeithistorischen Dimension ausgewählter relevanter Liegenschaften sollte einen zentralen Beitrag leisten, dieser Verantwortung nachzukommen und den reflektierten Umgang mit dem baulichen „kontaminierten“ Erbe weiterzuentwickeln. Ein Teil dieser Auseinandersetzung ist die Online-Karte, die laufend aktualisiert wird.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung finden Sie hier: “Kontaminiertes Erbe der Bundesimmobiliengesellschaft”

Online-Landkarte