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Die Steiermärkische Landesbibliothek in der NS-Zeit

Autor:innenKatharina Bergmann-Pfleger
Herausgeber:innenBarbara Stelzl-Marx
DetailsGraz/2023, ISBN: 978-3-9503989-8-4
336 Seiten, 29 Euro

Erstmals liegt ein umfangreich recherchiertes Werk über die Geschichte der ältesten und größten österreichischen Landesbibliothek in der Zeit des Nationalsozialismus vor. Anhand bislang nicht herangezogener Quellen und teilweise unbekannten Archivmaterials zeichnet Katharina Bergmann-Pfleger in ihrer Studie ein detailliertes Bild der Geschehnisse in der Steiermärkischen Landesbibliothek und deren Umfeld im Betrachtungszeitraum 1933 bis 1950. Dabei fördert die Spurensuche mehr Kontinuitäten denn Brüche zutage: Sich schnell und widerspruchslos an die neue Herrschaftsform anpassend, verhielt sich die steirische Institution bis zum Zusammenbruch des Dritten Reichs durchwegs vorschriftsgemäß und regimekonform, während es das handelnde Personal – allen voran der Bibliotheksdirektor Julius Franz Schütz – geschickt vermochte, etwa durch persönliche Verbindungen zu maßgeblichen politischen Verantwortlichen des Gaus Steiermark, Vorteile für die Bibliothek zu erwirken. So gelang es unter anderem, den Bestand mittels „Raubbüchern“ aus stiftischem Besitz fast zu verdoppeln, im Falle der Handschriften fast zu verachtfachen. Neben der „proaktiven“ Erwerbungs- und der auch nach 1945 weitgehend von Konstanz geprägten Personalpolitik beleuchtet die Publikation insbesondere das Alltagsgeschehen an der Bibliothek, das von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs wie Bergungs- oder Luftschutzmaßnahmen und letztlich vom engagierten Einsatz der Bibliothekare und Bibliothekarinnen zur Aufrechterhaltung des inneren und des Entlehnbetriebs durch alle Wirren dieser Zeit geprägt war.