Programmlinie „Weltkriege“
Die Forschung des BIK zu den beiden Weltkriegen untersucht historische Kontexte und Wechselwirkungen, Regierungsstrukturen und politische Systeme, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf ihren langfristigen Folgen liegt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der menschlichen Dimension dieser Konflikte und ihren langanhaltenden Folgen: Kindheit in Kriegs- und Nachkriegszeiten, die Erfahrungen von Kindern als Zeugen und Opfer von Gewalt sowie die generationenübergreifenden Auswirkungen des Krieges. Unsere Arbeit untersucht Faktoren, die die Lebensbedingungen, die Sozialisation und das Gedächtnis prägen, darunter die Nachkommen alliierter Soldaten und einheimischer Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Geschichte des „Lebensborn“-Programms. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zwangsmigration: Die Kriege lösten groß angelegte Fluchtbewegungen, Vertreibungen und Exil aus, die nachhaltige Auswirkungen auf Einzelpersonen, Gemeinschaften und Aufnahmegesellschaften hatten. Das Institut untersucht diese Prozesse im Kontext der Weltkriege und ihrer Folgen und befasst sich sowohl mit historischen Fällen – wie Vertreibungen während und nach den Kriegen – als auch mit späteren Flüchtlingsbewegungen, darunter auch denen aus der Ukraine seit 2022. Wir untersuchen auch den Wissenstransfer durch Flüchtlinge und geschlechtsspezifische Aspekte der Zwangsmigration.
Durch die Integration dieser Perspektiven untersucht die Programmlinie „Weltkriege“ die politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen der Konflikte in ihrer ganzen Bandbreite und beleuchtet ihre bleibenden Spuren in der heutigen Gesellschaft. Innerhalb dieser Programmlinie werden die folgenden Bereiche erforscht, wobei sich insbesondere die Themen „Zwangsmigration“ und „Kindheit“ mit der Programmlinie „Kalter Krieg“ überschneiden: Kultur und Indoktrination, kontaminiertes Erbe und Erinnerung, Gesundheit und Kriegstraumata, österreichische Exilanten und Widerstand sowie – in Überschneidung mit der Programmlinie „Kalter Krieg“ – Zwangsmigration und Kindheit.
Aktuelles FWF-Forschungsprojekt:
Weitere Forschungsprojekte:
- Dissertationsprojekt: Die Napolas der „Ostmark“
- Die Montanuniversität Leoben und der Nationalsozialismus 1938-1945
- Kunst und Kultur hinter Stacheldraht. Kriegsgefangenenlager in Niederösterreich
- Museum of Survivors
- Fürsorge als Instrument der „Rassenhygiene“. Die NSV-Jugendheimstätte Dornbirn, 1938-1945
- Kontaminiertes Erbe der Bundesimmobiliengesellschaft
- Die Polizei in Österreich: Brüche und Kontinuitäten 1938-1945
- Ausstellung „Kinder des Krieges – Aufwachsen zwischen 1938 und 1955“
- Österreicher in der US-Armee im Zweiten Weltkrieg (Phase 1)
- Das „Austrian Battalion“ der US-Armee
- Die Unbekannten: Österreichische Exilanten als Kommandosoldaten der Britischen Streitkräfte
Aktuelles zur Programmlinie
Kontakt
Barbara Stelzl-Marx
Institutsleiterin, Programmlinienleiterin „Weltkriege“
+43 316 380 8272 oneonen.fgrymy-znek@yot.np.ng

