„Roter Stern“ über Graz

Projekt „Die Rote Armee in Graz: sowjetische Besatzung Mai – Juli 1945“

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 befreiten Einheiten der 57. Armee der 3. Ukrainischen Front Graz. Graz wurde widerstandslos der Roten Armee übergeben und kam als letzte österreichische Landeshauptstadt unter alliierte Besatzung. Bis zum Zonentausch am 23./24. Juli 1945 war Graz sowjetisch besetzt, bevor die Briten die Verwaltung der gesamten Steiermark (zunächst noch bis auf das Ausseerland) übernahmen. Die kurze, aber sehr prägende sowjetische Phase hat sich tief ins Gedächtnis der Bevölkerung eingebrannt.

Zum Projekt:

Ziel des Projekts ist es, mittels Archivquellen, Literaturrecherchen und Oral History Interviews erstmals eine detaillierte Studie zur Roten Armee in Graz zu erstellen. Im Fokus stehen dabei das Kriegsende, die Errichtung der sowjetischen Besatzung in Graz, die Etablierung der örtlichen Regierung und vor allem der Alltag unter dem „Roten Stern“. Die Studie kann somit einen wesentlichen Beitrag zum bevorstehenden „Gedenkjahr 2025“ leisten. Die Ergebnisse sollen in Form von zwei Masterarbeiten am Institut für Geschichte der Universität Graz und einer Monographie zum Thema „Roter Stern über Graz. Sowjetische Besatzung 1945“ der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Projekt wird seit 2022 vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Kooperation mit dem Geschichte-Institut der Uni Graz durchgeführt. Die Leitung für das Projekt hat Barbara Stelzl-Marx inne; an der wissenschaftlichen Mitarbeit sind Katharina Dolesch und Lena Wallner beteiligt. Gefördert wird das Forschungsvorhaben von der Stadt Graz.

a. Offiziere und Soldaten der Roten Armee in Österreich (c) AdBIK/Fotobestand Zaitsev

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